Weinglossar

Gamay

Gamay ist die Rebsorte des Beaujolais. Sie macht hier, in dieser kühlen Region, 99 Prozent der Produktion aus, nur aus einem Prozent wird Chardonnay („Beaujolais Blanc“) gemacht. Kaum eine andere Weinbauregion hat sich so auf eine einzige Rebsorte festgelegt. Ansonsten wächst Gamay auch noch an der Loire sowie außerhalb Frankreichs vermehrt in den Balkanländern sowie in der Schweiz, wo sie am Genfersee eine wichtige Rolle spielt und im Wallis (dort wird sie mit Pinot Noir zusammen zu „Dôle“ verarbeitet).

Der Boden im Beaujolais zieht eine scharfe Trennlinie: Während im südlichen Beaujolais kalter Tonboden vorherrscht, erstreckt sich der Norden der Region auf Granit mit sandigen Oberböden. Auf diesen nährstoffarmen Granitböden, die aber gut wasserdurchlässig und wärmespeichernd sind, gedeiht die frühaustreibende und reifende Gamay-Traube am Besten. Auf nährstoffreicheren Böden würde sie zu hohe Erträge von minderer Qualität bringen.

Von jeher wird die Gamay-Traube im Hinblick auf die Reberziehung einzeln gestützt, das heißt in der Region wird traditionell der Gobelet-Rebschnitt praktiziert, bei dem die Reben auf Zapfen um den Kopf des Stammes herum zurückgeschnitten werden. Anschließend bindet man die Triebe zusammen, um sie aufrecht zu halten, und verzichtet dabei auch auf Pfähle (man verwendet inzwischen aber auch Drahtrahmensysteme für eine bessere maschinelle Bearbeitung).

Gamay ist heller als andere Rotweine, hat eine verhältnismäßig hohe Säure und Aromen von frischen roten Früchten wie Himbeere und Kirsche – zu denen noch solche von Banane und Konfitüre kommen. Das liegt daran, dass das Gros der Gamay-Weine im Beaujolais eine Kohlensäuremaischung durchläuft (aber auf der Ebene der Crus findet mehrheitlich eine traditionelle Vergärung „à la Bourguignonne“ mit Eichenholzausbau für langlebigere Weine statt). Bei der Kohlensäuremaischung, auch „máceration (semi-)carbonique“ genannt, enthält der Saft viel Zucker und viel Farbstoff, aber wenig Tannin. Entsprechend sind die Weine eher frisch-fruchtig, lebendig und leicht – und haben allenfalls mittlere Tannine. Am besten trinkt man sie leicht gekühlt.

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