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Marken

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Die Marken liegen östlich von Umbrien an der Adria, d.h. zwischen Hochlagen des Apennin und der Adriaküste, 200 km südlich von Rimini. Die Provinz bildet die Grenze zwischen Nord- und Süditalien. Die Weinbauzone liegt insbesondere an der Ostflanke des Apennin in einer Höhe von 100-550 m um Jesi bzw. etwas höher in Matelica (400-900 m). Hauptrebsorte – und Aushängeschild der Adriaküste – ist die Verdicchio, eine autochthone Rebsorte, die ihren Namen (soviel wie „Immergrün“) von der Farbe der Traube hat, die, auch wenn sie reif sind, grün („verde“) schimmern.

Verdicchio ist eher würzig und „keine Fruchtbombe“ (Jürgen Hammer). Sie ist eine spätreifende Sorte, die ein moderates, trockenes Klima braucht um auszureifen. Zwei Anbauzonen erfüllen diese Bedingungen am Besten:

  • Verdecchio dei Castelli di Jesi
  • Verdecchio di Matelica

In der DOC Verdecchio dei Castelli di Jesi wächst die Rebe auf etwa 2.150 ha in 100-550 m Höhe. Die Gegend hier mit Tuffsteinböden besteht aus kleinen bewehrten Dörfern, die deshalb auch „Castelli“ genannt werden (in Jesi wurde die 1,5 Kilometer lange Stadtmauer angeblich vom Stauferkaiser Friedrich II. gebaut). Castello di Jesi ist beeinflußt vom Apennin im Westen und der Adria im Osten, es herrscht ein moderates Klima, das der spätreifenden Verdicchio ideale Bedingungen bietet.

Weiter im Inland liegt die DOC Verdecchio di Matelica mit 210 ha Refläche. Auch in diesem hochgelegenen Tal auf bis zu 900 m Höhe ohne Verbindung zum Meer herrscht ein gut ventiliertes Klima: Vom Apennin weht schon mal ein kalter Wind herunter. Die Nächte sind etwas frischer und die Trauben reifen langsamer. Die Lese erfolgt infolge dessen fast 2 Wochen später. Dafür bilden sie in den kühlen Nächten feine Säure und Extraktstoffe. Insofern haben die Weine einen etwas anderen Charakter: Sie sind etwas dichter und merklich mineralischer.

Verdecchio aus Matelica ist ansonsten ein knackiger, hocheleganter Wein, kühl und mineralisch und mit einem charakteristischen Bitterton (Mandel). Er ist alterungsfähig und entwickelt dann reife Honignoten. Es gibt ihn auch als Riserva (seit 2010 DOCG) und Superiore, der dann zum Teil in Holz ausgebaut ist.

Um sich von Konkurrenten wie Soave unterscheiden zu können, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die besondere Flaschenform eingeführt, die sogenannte „Anfora“: ein Behältnis mit Taillenform, einer alten Amphore ähnlich. Zusätzlich bekam noch jede Flasche ein Papierröllchen um den Hals.

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