Weinglossar

Korsika

Die Mittelmeerinsel Korsika ist generell trockener und sonniger als das französische Festland. Trotzdem haben die vielen verschiedenen Lagen in dem gebirgigen Terrain im Grunde nur einen äußerst trockenen, aromafördernden Juli und August gemeinsam.

Korsischer Wein gelangt selten in den Export – und wenn, dann häufig als einfacher IGP wie der L`ile de Beáute, unter dem mittlerweile fast die Hälfte des korsischen Weins in Umlauf gelangt. Aber immer mehr Platz nehmen Gewächse von traditionellen Rebsorten und felsigen Lagen ein – weit weg von der Ostküste der Insel, das bis in den 1960er-Jahren von Winzern aus Algerien von der Malaria befreit wurde und für die Massenproduktion kultiviert wurde. Dennoch liegen die meisten Weinberge in Küstensichtweite, denn das gebirgige Landesinnere ist zu zerklüftet für Weinkulturen.

An der Westküste findet man Granit im Gebiet Ajaccio, im Süden und auf der Halbinsel Cap Corse ganz im Norden etwas Schiefer. Eine Spezialität von hier sind Süßweine aus Muscat und Vermentino (Malvoisie de Corse), während Rotwein als Côteaux du Cap Corse firmieren.

Direkt unterhalb von Cap Corse, im Hinterland von Bastia (Hafenstadt) liegt die AOP Patrimonio, wo auf fast 1/3 der Rebfläche Nielluccio (Sangiovese) wächst. Es ist der einzige Bereich mit Kalksteinböden, weshalb hier die besten und langlebigsten Weine in einem Rhône-ähnlichen Stil entstehen.

Die Appellation Calvi im Nordwesten setzt auf die wesentlich weichere Sorte Sciaccarello (insgesamt 15 %), Niellucio und Vermentino sowie internationale Sorten. Das gilt auch für die AOP Figari und Porto-Vecchio, die die Südspitze der Insel bilden.

Im Gegensatz zu diesen traditionellen Gewächsen sind die „Vins de Cors“ aus dem östlichen Küstenbereich mit seinem Schwemmland, Mergel und Sand für den Massenmarkt gemacht. Bessere Genossenschaften verschneiden mit Markterfolg lokale und internationale Sorten.

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