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Friaul-Julisch Venetien

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Friaul-Julisch Venetien befindet sich im äußersten Nordosten Italiens und reicht bis in die Ausläufer der Alpen. Für die 20.000 Hektar (davon 19.000 DOC) gibt es insgesamt 10 DOCs und 4 DOCGs, alle für Weißwein. Eine DOC, die DOC Friuli Gravi, erstreckt sich fast auf die gesamte Region, ansonsten gibt es noch DOCs für die zwei Hügelgebiete der Region, die den Namen „Colli“ tragen: Die DOC Collio (Goriziano) und die nördlich davon gelegene DOC Friuli Colli Orientali (östliche Hügel). Drei unbedeutendere DOC-Bereiche liegen in der Küstenebene (Lison bspw.).

Es herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima. Luftströme aus den Bergen transportieren Kühle herbei. Demgegenüber unterliegen die Weingärten an der Adriaküste einem warmen, maritimen Klima.

Die beiden Hügelgebiete sind die angesehensten Weißwein-DOCs des Landes. Das gilt insbesondere in der kleineren DOC Collio, wo die Nachfrage nach Pinot Grigio dazu geführt hat, dass sie die Friulano und Sauvignon Blanc überholt hat. Immer beliebter wird die Lokalrebe Ribolla Gialla. In Collio sorgt der Ponka genannte Boden aus Mergelsandstein für feine Mineralität und Fruchttiefe. Die Reben wachsen hier fast ausschließlich auf Hügellagen zwischen 100-350 Meter. 166 Winzer bewirtschaften 1.450 Hektar (von ingesamt 20.000) und produzieren 6,5 Mio Flaschen Wein. Die DOC existiert seit 1968, geplant sind außerdem „DOCG Collio Gran Selezione“ für nur noch autochthone Sorten, sowie DOCG Pinot Grigio Superiore, der seit 1840 in Collio angebaut wird.

Insgesamt sind in Fiaul-Julisch Venetien 12 Rebsorten erlaubt (z.B. Vitovska im Karst). Ein gutes Drittel der Rebflächen der DOC Colli Orientali ist dabei auch für Rotwein reserviert, insbesondere Cabernet Sauvignon und Merlot, doch auch Refosco, Schioppettino und Pignolo. Das Klima in Colli Orientali ist etwas kühler und kontinentaler als in Collio, wo der maritime Einfluß bemerkbar ist, doch im südlichen Teil reift sogar Cabernet Sauvignon aus. Und noch bis in die 1960er-Jahre wurde Rotwein aus bis zu 80 % Merlot gemacht, der hier als autochthone Rebsorte betrachtet wird.

Die DOC Friuli Isonzo besteht aus grünem Land, das vollständig mit Weinbergen bedeckt ist und im äußersten Osten der Region. Hier im Herkunftsgebiet Isonzo wurde 1879 das Weingut „Lis Neris“ gegründet. Der Name, der „die Schwarzen“ bedeutet erinnert an die Witwen , die im 19. Jahrhundert zur Arbeit auf den Feldern ganz in Schwarz gekleidet gingen.

Das Tal des Isonzo wurde vor 300.000 Jahren von Gletschern gebildet. Diese wanderten von Slowenien durch die Berge und Hügel und gelangten so vom Gebiet des heutigen Goizia/Gorziano (in der Collio DOC) bis nach Romans d`Isonzo. Als sie schmolzen, wurde das Tal freigelegt, und das Wasser hinterließ beim Zurückgehen eine ungeheure Menge an Steinen und Kieseln, „claps“ auf Friulanisch.

Heute ist die Menge an Kieseln ein Glücksfall für die Weine der Gegend. Diese begünstigen nämlich die Verteilung von Wasser und Sauerstoff und machen so den Unterboden für die Wurzeln der Weinstöcke sehr geeignet. Die Kiesel an der Oberfläche speichern tagsüber die Wärme die sie nachts wieder abgeben, womit sie die Reifung der Trauben fördern.

Die Temperaturschwankungen, die durch den Bora-Wind verursacht werden, vervollständigen das Bild von einem Bodenklima, das die Akkumulierung aromatischer Bestandteile in den Beeren begünstigt.

Exkurs zu Francesco „Josko“ Gravner

Einen besonderen Einfluß auf den Weinbau der Region übt der Winzer Francesco „Josko“ Gravner aus, der sein Weingut in Oslavia an der Grenze Italiens zu Slowenien hat. Hier entstehen auf 15 ha „vini naturali“ (Naturwein) in den Hügeln des Collio. Seint einem Besuch Georgiens Ende der 1990er-Jahre baut er seine Weine monatelang in 40 Tonamphoren aus (die bis zu 1.300 l fassen und „kvevri“ heißen): Gravner unterzieht seine Weißweine einer etwa 7-monatigen Maischegärung und läßt alle Erzeugnisse 5 Jahre reifen, d.h. bis zu einem Jahr verbleiben die Weine in den Tonamphoren, bevor sie weitere 6 Jahre im großen Holzfaß ruhen (7 Jahres-Zyklen seit 2003, „Annata“-Weine, „Riservas“ 14 Jahre). Auch was den Rebschnitt anbelangt orientiert sich Gravner an der Zahl 7: pro Pflanze, die er nach biodynamischen Grundsätzen und intuitiv behandelt, beläßt er neuerdings 7 statt 6 Triebe beim Winterschnitt – auch um die Produktion etwas zu erhöhen von derzeit nur 220 hl bzw. 30.000 Flaschen.

Auf seinen Paradelagen Runk und Hum erzieht er vornehmlich Ribolla-Reben im Albarello-Schnitt (Busch), seit Jahrhunderten die traditionelle Reberziehung im Mittelmeerraum. Die Ribolla stammt u.a. vom Gewürztraminer ab (und vom Weissen Heunisch) und hat bei Vollreife Anfang Oktober eine goldgelbe Farbe. Gravner verzichtet auf eine Entrappung (seit 2016). Seine Weine haben einen unbestreitbaren oxidativen Charakter und ermangeln der unmissverständlichen Fruchtigkeit.

Gravners Weinberge liegen etwa zur Hälfte in Slowenien, gekeltert aber wird im italienischen Oslavia. Seit 2001 arbeitet er auschließlich mit Tonamphoren.

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