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Slowenien

Slowenien war 1991 die erste jugoslawische Teilrepublik, die sich unabhängig erklärte und deren Weine auch in Westeuropa vermarktet wurden. Auf 26.000 Hektar werden hier ca. 1 Million Hektoliter Wein pro Jahr produziert, 75 % davon Weißwein.

Slowenien erstreckt sich von der Adria ostwärts bis zur pannonischen Tiefebene an der Grenze zu Ungarn. Hier sind die Mittelmeereinflüße nicht mehr spürbar, sondern es herrscht eher ein kontinentales Klima. An seinen Hügeln finden sich hervorragende, in 3 Regionen unterteilte Weinbaulagen mit insgesamt 14 Gebieten:

  • Primorska (an der Küste, grenzt an Friaul)
  • Posavje (an der Grenze zu Kroatien entlang der Save/Sava)
  • Podravje (an der Grenze zu Ungarn, entlang der Drau/Drava an der Grenze zu Österreich)

Die modernen Rebsorten wurden in Slowenien vom österreichischen Erzherzog Johann 1823 eingeführt. Er ordnete an, „alle edlen Weinsorten, die es gibt“ auf seinem Gut anzubauen. Dem folgten viele Winzer – 27.000 kleine Betriebe gibt es inzwischen.

Primorska verfügt über 6.500 Hektar und ist die westlichste Region – mit Verbindungen ins italienische Friaul (der italienische Winzer Josko Gravner zum Beispiel arbeitet hier grenzüberschreitend). Die Sommer sind heiß, der Herbstregen setzt früh ein. Unter dem Einfluß der Adria wie der Alpen produziert man kräftige, aromatische Weine, zur Hälfte auch Rotweine, was eher ungewöhnlich für Slowenien ist.

Rebula (Ribolla Gialla) ist die dominante Weißwein-Sorte, beim Rotwein dominieren die Bordeaux-Sorten und Pinot Noir. Rebula eignet sich für den Stahltank genauso wie zur Reifung in Tonamphoren (und monatelange Hülsenmaischung). In Primorska wir im italienischen Friaul wird eine große Bandbreite von verschiedenen Rebsorten aufgebaut, wie der aromatische, vegetabile Sauvignonasse (im Friaul „Friulano“ genannt). Der Pinot Grigio ist charakter- und strukturreicher als im Veneto beispielsweise.

Die Region Vipava-Tal (Wippach) ist vor allem in höheren Lagen deutlich kühler, was in frischeren, leichteren, elegantere Weinen als in der Region Brda im Norden, das nahtlos ins italienische Collio übergeht. (Ales Krstancic vom Weingut „Movia“ in Brda ist über die Landesgrenzen hinaus der bekannteste Winzer Sloweniens. Er hat die dortige Weinwirtschaft beflügelt und von „natürlichen“ Weinbaumethoden überzeugt.) Oberhalb von Triest liegt die Region Kras (Karst), ein Kalksteinplateau mit rotem, eisenreichen Boden und ist bekannt für seinen dunklen, säuerlichen Teran aus der Refosco-Terrano-Rebe.

Podravje ist mit 6.800 Hektar die größte und kontinentalste Weinregion Sloweniens. Sie unterteilt sich in die weitläufige Region Stajerska Slovenija und die kleine Region Prekmurja. Stajerska Slovenija ist Sloweniens am weitesten von der Küste entfernte Region. Sie liegt südlich der österreichischischen Steiermark und produziert ähnlich aromatischen Weißwein. Nach Ljutomer ganz im Osten war der Welschriesling benannt, der in den 1960er- und 1970er-Jahren in großen Mengen exportiert wurde und lange vorherrschend war (als „Laski Rizling“). Doch inzwischen bekommt Sipon (= Furmint) mehr Aufmerksamkeit. „Renski Rizling“ („Rhein-Riesling“) hat Potential. Radogna ist seit 1852 Sloweniens Hauptstadt des Schaumweins.

Aus Podravje kommen zu 90 % Weißwein, die reduktiv und kältevergoren im Stahltank entstehen. Traditionell enthielten viele Weine unvergorenen Zucker, heute sind die meisten trocken.

Posavja, südlich von Podravje, hat 2.700 ha Rebfläche. Hier entstehen eher Cuvées aus lokalen Rebsorten wie bspw. den würzigen Modra Frankinja (Blaufränkisch), der von langer Fassreife profitiert.

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