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Beethovens „Sturmsonate“

Seit Ludwig van Beethoven (1770–1827) in Wien lebte, verbrachte er viel Zeit außerhalb der Stadt, in der Natur, und wurde zu einem regelmäßigen Besucher der vielen Heurigenlokale in der Umgebung von Wien. Gegenüber einem anderen Komponisten bemerkte Beethoven: „Ich liebe diese Landpartien und die Heurigen.“ Einer seiner Wohnsitze befand sich sogar direkt in einer Weinbaugemeinde: dem damaligen Wiener Vorort Heiligenstadt, am Fuße des Kahlenbergs gelegen, der noch heute für Weinbau bekannt ist.

Hier in Heiligenstadt verfasste Beethoven im Jahr 1802 auch einen nie abgesandten Brief an einen seiner Brüder, das sogenannte „Heiligenstädter Testament“, in dem erstmals von der ihm drohenden Taubheit berichtet. Dennoch ergibt sich Beethoven nicht seinem Schicksal, sondern will ihm, wie er sagt, „in den Rachen greifen“. Das tut er im selben Jahr in der sogenannten „Sturmsonate“. Sie steht am Anfang eines „neuen Weges“, wie Beethoven sagt, an dessen Ende es ihm gelungen ist, die Tragik seines Lebens in einen Triumph zu verwandeln.

Ein Hörbeitrag zu Beethovens Umgang mit der Krise (vor dem Hintergrund der erneuten Verlängerung des Lockdowns) …

PS: Seine letzten Monate verbrachte Beethoven auf dem Landgut seines Bruders im niederösterreichischen Kamptal. Von dort ist eine Nachricht an einen Weinhändler aus Mainz erhalten, in der Beethoven schreibt: „Mein Arzt verordnet mir sehr guten, alten Rheinwein zu trinken, senden Sie mir eine kleine Anzahl Bouteillen.“ Tatsächlich wurden ihm einige Flaschen „kostbaren Rüdesheimer Bergweins von 1806“ zugesandt, die allerdings erst eintrafen, als Beethoven bereits im Sterben lag. Als er die Flaschen erblickte, sollen seine letzten Worte angeblich gewesen sein: „Schade, schade, zu spät.“ Zwei Tage später, am 28. März 1827, ist Beethoven verstorben.

Rudolf Buchbinder spielt Beethovens Klaviersonate Nr. 17 d-Moll op. 31,2 („Sturmsonate“)

Buchbinder spielte im Jahr 2014 im Rahmen der Salzburger Festspiele den kompletten Sonatenzyklus von Beethoven. Bereits sein ganzes Leben setzt sich Buchbinder mit Beethoven auseinander, den Zyklus hat er mehr als 45 Mal aufgeführt, in allen wichtigen Konzertsälen der Welt. An Beethoven fasziniert Buchbinder, wie er sagt, dass er „immer alles Mögliche bis ins Extreme ausschöpft“. Seine Interpretation besticht durch eine extreme Sorgfalt und mühelose Leichtigkeit. Er setzt damit immer wieder Maßstäbe.


Beethovens Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 („Schicksalssinfonie“), Wiener Philharmoniker dirigiert von Christian Thielemann

Zwischen 2008 und 2010, etwa eineinhalb Jahre lang haben die Wiener Philharmoniker und Thielemann an der Aufführung aller neun Beethoven-Sinfonien gearbeitet. Entstanden ist eine enorm präzise, subtile und unglaublich dynamische Interpretation von Beethovens sogenannter „Schicksalssinfonie“.


Mozarts Requiem d-Moll KV 626, Wiener Philharmoniker und Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor dirigiert von Sir Georg Solti

Aufnahme einer Aufführung im Wiener Stephansdom aus dem Jahr 1991. Die unglaublich packende Interpretation besticht durch perfekte Tempi, der Chor sowie das Orchester beeindrucken durch ihre fantastische dynamische Qualität.


32x Beethoven – Igor Levits Klavierpodcast

Gemeinsam mit seinem Produzenten Anselm Cybinski analysiert Igor Levit, der vielleicht bekannteste Beethoven-Interpret derzeit, alle 32 Klaviersonaten von Beethoven – eine pro Folge. Am Flügel sitzend werden anhand der Sonaten Themen, Einflüsse und Epochen besprochen und herausgearbeitet, was Beethoven so einzigartig und vielleicht auch revolutionär macht.

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