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Mittelrhein

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Das Weinanbaugebiet Mittelrhein ist nur 456 Hektar groß und liegt auf etwa 65 Kilometer an steilen Hängen entlang des Rheins zwischen Bingen und Bonn. Es ist für Riesling bekannt, der hier auf 70 % der Rebfläche angebaut wird. Ansonsten werden noch Spätburgunder und Müller-Thurgau angeboten.

Das Klima am Mittelrhein ist mild (9,3 Grad Celius durchschnittlich), über das Rheintal fließt warme Luft in die Region und über die steilen Hänge kalte Luft schnell nach unten ab, wo sie vom Rhein weggetragen wird.

Das Anbaugebiet ist in zwei Bereiche untergliedert, Siebengebirge und Loreley, die beide von Schiefer (von Bingen bis Koblenz mit mineralischen, säurereichen Weinen) und vulkanischen Komponenten nördlich von Koblenz geprägt sind.

Seit 2002 ist das Obere Mittelrheintal UNESCO-Weltkulturerbe aufgrund seiner langen Geschichte der Verbindung des Menschen mit einer aufregenden Naturlandschaft. Dort, wo der Rhein das Schiefergebirge durchbricht, an der fünf Kilometer langen Binger Pforte, tritt er in einen Talabschnitt ein, an dem nacheinander bekannte Burgen und bereits im Mittelalter an den Hängen angelegte Weinbergsterrassen stehen.

Schon gegenüber von Bingen liegen die Weinberge des Rüdesheimer Berges, die noch zum Rheingau gehören. Die Kleinstadt Lorch im 15 Kilometer langen Bacharachtal ist von terrassenförmig angelegten Weinbergen umgeben; Bacharach selbst verfügt über ein mittelalterliches Erscheinungsbild, während in Kaub Baudenkmäler wie die Burg Pfalzgrafenstein und die ebenfalls terrassenförmigen Weinberge das Bild prägen.

Bei Oberwesel beginnt sich die Lanschaft zu verändern: Sie geht von weichen Tonschieferböden über zu hartem Sandstein, weshalb sich eine Reihe von Talengen gebildet hat, an deren bekanntester die Loreley steht. Dieser enge Flussabschnitt war einst für den Schiffverkehr gefährlich – und angeblich wurde hier auch der sagenhafte Schatz der Nibelungen versenkt.

Am rechten Rheinufer liegt Sankt Goarshausen mit der Burg Katz. Die Burg Reichenberg erinnert an Kreuzfahrerfestungen in Syrien und Palästina, und Bad Salzig am linken Ufer markiert den Beginn eines Rheinabschnittes mit hufeisenförmigen Schleifen, wie beispielseise die Bopparder Schleife. Boppard – neben Bacherach sicherlich der bekannteste Weinort am Mittelrhein – war ursprünglich ein römisches Kastell. Dahinter liegt Osterspai, das mit Niederspay eine Stadt bildet.

Am linken Ufer liegt Rhens, wo im 15. Jahrhundert die deutschen Kaiser nach ihrer Wahl und Krönung inthronisiert wurden. Die Marksburg über Braubach ist die einzige verbliebene mittlalterliche Befestigung des Mittelsrheins, während Burg Stolzenfels im Jahr 1835 von den Preußen restauriert wurde.

Mehr zur Kulturlandschaft „Rhein“ im Essay Unter Bäumen.

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